Meine Aben(d)teuer

Einleitung

Hier entsteht das, was die Überschrift als „Meine Aben(d)teuer“ ausweist.
Ein Zeitstrahl, den ich nach und nach füllen möchte mit meinen Erinnerungen
an meine Berufung, der Musik, der Kunst, der Kultur allgemein. Und der Titel entstand aus dem so oft gehörten geflügelten Denken und der Frage an uns Sänger und Musiker:
„Und was machen Sie tagsüber?“.

Was sich nicht in ein Lebensbild pressen lässt, darf ich hier als Privatmensch schreiben und ich hoffe, der eine oder andere, der mit mir beruflich Umgang hat, lernt dadurch ein wenig zu verstehen, warum
ich bin wie und was ich bin.*

* Ich bin übrigens ein Feuerpferd… oder auch: Waage, Aszendent Waage.

Exil in Wiesbaden

Corona hat uns allen das Leben verändert. Mir bescherte es das Exil in Wiesbaden und dort meine seit Jahren freiberuflichen Schaffens wieder erste Festanstellung am Hessischen Staatstheater. In einem Beruf, den ich als Berufung mir schon immer herbeigewünscht hatt: Als Inspizient am Großen Haus.

Nach dieser Zeit, die nur eine längere Elternzeitvertretung war, blieb ich und bin ich bis heute freier Inspizient.
Und durch meine lebenslang angereicherte Erfahrung in so vielen Bereichen des Kulturschaffens wurde ich nun auch für ein besonderes Museum hier in Wiesbaden tätig:
Das aktive Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e. V.
Dort arbeite ich als Kulturmanager und vertrete die wichtige Arbeit des Museums in der Politik Wiesbadens und in der Öffentlichkeit, sei es durch Veranstaltungsmanagement oder durch die Mitgestaltung der Pädagogischen Bildungsarbeit am Haus.

Die Kulturdornse zu Lübeck

Nach meinem Umzug oder dem Rückzug nach Lübeck wurden wir mit jo.art durch einen glücklichen Umstand auch Mieter eines Salons in einem der ältesten und schönsten Häuser der Lübecker Innenstadt, direkt am Museumshafen, in dem auch unser historischer Fischkutter damals lag: Da es sich um eine Dornse handelte, war auch der Name schnell gefunden: Kulturdornse.
Es wurde über fast vier Jahre ein Kultursalon, in dem es viele Lesungen mit und ohne Musik, kleinere Theateraufführungen und Konzerte gab und in dem ich mich darüberhinaus als Kunstfotograf weiter wie in einem Atelier betätigen konnte.
Von dieser „Zentrale“ aus wirkte jo.art dann aber auch an mehreren Orten in der Lübecker Innenstadt, bis auch an Deck verschiedener Schiffe, die direkt vor der Tür im Museumshafen lagen.
Besonders während des Hanse-Kultur-Festivals und der Theaternächte, waren wir eine gut besuchte Veranstaltungsstätte.

Ballettfotograf

In einer Stadt wie München lag es für mich nahe, meine Berufung zur Fotografie weiterzuführen. Einmal durch die Erweiterung in den Bereich Fashion und Akt. Aber mehr noch, auch durch die Nähe zum TanzTheater München und dem Bayerischen Staatsballett, wollte ich in der Tanzfotografie Fuß fassen. Und das ist mir beileibe geglückt: Das Bayerische Staatsballett unter Ivan Liška, Bettina Wagner-Bergelt und Wolfgang Oberender haben mich mehrere Jahre als ständigen Gast akzeptiert und respektiert und viele meiner dort entstandenen Werke sind bei ihnen in den Druck gegangen.
Ausgehend davon, konnte ich auch beim Hamburg Ballett, beim Staatsballett Berlin (Intendant damals war Nacho Duato) und beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch meine Sichtweise und Expertise unter Beweis stellen.

Die meisten Choreografen erlebte ich allerdings während der Zeit beim Bayerischen Staatsballett. Alles, was Rang und Namen hat, durfte ich fotografisch begleiten (u. a. Ray Barra, William Forsythe, Jiří Kylián, José Limón, Kenneth McMillans, Russel Maliphant, John Neumeier, Simone Sandroni, Richard Siegal und Saburo Teshigawara)

jo.art

Unser Ensemble jo.art wird ins Leben gerufen, weil wir die Möglichkeit hatten, in der Erlöserkirche an der Münchner Freiheit meinen länger gehegten Wunsch umzusetzen und die Fragmente des Mozart-Requiems aufzuführen.
Meine erste freie Inszenierung, Ausstattung und musikalische Leitung, die ich mit vielen lieben Menschen aus dem Boden stemmte und die beim Publikum große Begeisterung und Erschütterung ausgelöst hatte, da wir eine gedenkende Geschichte dazu erfunden hatten, die in einem KZ spielte.

Weitere Produktionen in der Erlöserkirche folgten mit großer Unterstützung des Hauptpfarrers Hans Dieter Strack und der Pfarrer Christof Drechsel und Klaus Gruzlewski; mit letzterem haben wir dann weitere Produktionen auch in seiner Wirkungsstätte, der Jubilatekirche, gemacht.

Neben der Erlöserkirche war die Kreuzkirche in Schwabing einer unserer Aufführungsorte. In den weiteren Jahren waren wir dann fast ausschließlich in der Pasinger Fabrik mit unseren Produktionen. Dann nach meinem Umzug nach Lübeck und der Gründung der Kulturdornse, dort.

Das Ensemble besteht bis heute.

Gesangsstudium

Nach der Zeit meiner Gesangsstudien in Lübeck, wurde ich in München an der Musikhochschule in die Opernschule aufgenommen. Während dieser Zeit konnte ich nicht nur meine erstes Gastengagement am Gärtnerplatztheater annehmen, sondern auch die Theaterakademie von August Everding mit eröffnen.
Überhaupt war diese Zeit geprägt von wichtigen und lehrreichen Begegnungen mit August Everding, Udo Zimmermann, Cornel Franz, Peter Kertz, Prof. Hanno Blaschke, Bernd Steets, Reinald Heissler-Remy…

Die Zeit zuvor hatte ich schon mit Vorsingen an verschiedenen Opernhäusern verbracht und ein Engagment an der Wiener Staatstoper ausgeschlagen, weil ich mich damals noch nicht in die „weite Welt“ traute…

Regie- und Ausstattungsassistenz

Am Lübecker Theater war damals Michael Rothacker Oberspielleiter. Während meiner Lernjahre bei ihm und bei Olaf Zombeck, setzte er mich sehr oft und gerne auch schon als Darsteller und Theaterfotograf bei seinen Insezenierungen ein.

Die ersten Jahre an der Bühne

Direkt nach dem Abitur begann ich am Lübecker Theater im E-Chor, als Schauspieler, als Lernender und Neugieriger (und von daher manchmal wegen zu viel Anwesenheit auch Unbeliebter) alle Produktionen „mitzunehmen“, die ich kriegen konnte. Auch meine erste Solorolle als Sänger war schon im Herbst meiner Nachabiturzeit als „Deputierter“ in „Don Carlos“ von Verdi. Wenn gerade mal gar nichts passendes lief, dann durfte es auch gern mal eine Beteiligung beim Tanztheater sein.

Abitheater

Die erste Möglichkeit als Erwachsener zu zeigen, wie ich inszeniere und ausstatte… inklusive Maske; und wie ich spiele.

Schultheater

Mehrere Male hatte ich die Möglichkeit, die Maske – samt der Entwürfe dazu – bei Schultheateraufführungen zu übernehmen.

Musik während der Schulzeit an der Lauenburgischen Gelehrtenschule

Wir waren ein Gymnasium mit hochmotivierten und -engagierten Musiklehrern. Und da Musik damals schon mein Leben ausmachte, war ich im großen Schulchor, im Kammerchor, im Vokalensemble, bei den Barber-Shops und im Orchester. Daneben leitete unser Direktor auch das Lauenburgische Bachorchester, in dem ich auch regelmäßig als Flöte mitwirkte; neben dem Kreismusikschulorchester Ratzeburg und neben Abstechern zum Domchor.

Die vielen kleinen Mitwirkungen in kleinen Ensemblen als Sänger oder Flötist lassen sich hier nicht alle aufzählen und einige fallen mir auch nur sporadisch ein… jetzt zum Beispiel die regelmäßige Teilnahme bei Konzerten an verschiedenen Kirchen im Ratzeburger Umland.

Eine wichtige Erinnerung die Dommusik betreffend, ist für mich die Registratur für Walter Kraft bei einem seiner Gastkonzerte.

Das erste Mal Gastgeber

Die Gartenparty, die mein Vater als Abschied von seiner Pfarrstelle damals gab, war für mich mit meinen sieben Jahren Anlass, alle zu bewirten und den Abend über mit Getränken und Aufmerksamkeit bereit zu stehen. Ein jähes Ende fand es, weil ich mich später am Abend mit dem Wachs einer Gartenfackel am Arm verletzte.

Erste fotografische Experimente

Mit ungefähr fünf und mit meiner ersten Kamera, einer schwarzen Box.

„Der Zeitungsstörer“

Ein kurzes, ich würde sagen, clowneskes stummes Spiel für zwei Personen: Meine Schwester und ich auf einer aus Tischtennisplatten (damals einzeln und aus Holz) mit drei Bettmatratzen gebauten Schrägbühne im leeren Spielzimmer des Pfarrhauses, in dem mein Vater mit uns in meinen ersten sechs Lebensjahren lebte.

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